Weibliche Genitalverstümmelung weiter im Anstieg

Nach dem internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar gaben belgische NGOs bekannt, dass die Zahl der weiblichen Genitalverstümmelungen in Belgien weiter im Anstieg begriffen sei. Dies trotz der Tatsache, dass weibliche Genitalverstümmelung seit 2001 strafbar ist.
Bei der Genitalverstümmelung werden die äußeren Geschlechtsorgane der Frau teilweise oder vollständig entfernt oder andere Verletzungen an diesen Organen vorgenommen. Bei der „kleinen“ Beschneidung wird die Klitoris verstümmelt oder weggeschnitten. In den schlimmsten Fällen, bei der sogenannten „großen“ Beschneidung, werden sogar die Schamlippen zugenäht. Dies erfolgt aus kulturellen, religiösen oder anderen nicht-therapeutischen Gründen.
Aufgrund der widrigen Bedingungen bei der Durchführung von weiblichen Genitalverstümmelungen (keine Betäubung, keine Desinfektion) sind Komplikationen natürlich weit verbreitet. Für viele Frauen bedeutet das kurz- und längerfristiges Elend wie schwere (chronische) Schmerzen, Blutungen, Infektionen, Übertragung von HIV oder anderen Erregern, Zysten, sowie Probleme bei Schwangerschaft und Geburt. Natürlich sind die Folgen der „großen“ Beschneidung am schlimmsten. Wenn eine derart beschnittene Frau heiratet, wird die Narbe in der Regel durch den Ehemann aufgeschnitten, um Geschlechtsverkehr möglich zu machen. Manchmal geschieht dies auch durch die Macht seines Penis. Regelrechter Geschlechtsverkehr ist manchmal erst nach vielen Fehlschlägen möglich. So kommt es vor, dass solche Frauen schwanger werden, ohne dass jemals eine echte Penetration stattgefunden hat. Nach der Geburt kann der Ehemann verlangen, dass seine Frau wieder zugenäht wird. Diese barbarische Praxis beeinträchtigt nicht nur die physische und psychische Integrität der Frau, sie ist auch Zeichen einer sozialen Ungleichheit, wobei Männern alle Macht zukommt und Frauen in eine untergeordnete Position gezwungen werden. Seltsamerweise sind es häufig auch andere Frauen, vor allem traditionelle Hebammen, die zur Aufrechterhaltung dieser Praxis beitragen.
Weltweit werden jährlich drei Millionen Frauen aller Altersgruppen, darunter auch Säuglinge, dieser barbarischen Praxis unterzogen. In Belgien sind nach Schätzungen 1.975 Mädchen gefährdet,  beschnitten zu werden und etwa 6.260 Frauen sind wahrscheinlich schon beschnitten. Ihre Zahl hat sich deutlich erhöht, was unter anderem mit der Tatsache zusammenhängt, dass in den letzten Jahren viele Frauen aus Ländern immigriert sind, in denen Genitalverstümmelung weitverbreitet ist. Achtzig Prozent davon kommen aus immer den gleichen zehn afrikanischen Ländern, darunter Somalia, Ägypten und Nigeria – nicht zufällig überwiegend islamische Länder. Die Ausrottung der weiblichen Genitalverstümmelung ist praktisch unmöglich dadurch, dass der Islam die Beschneidung von Frauen ausdrücklich zulässt. Die Genitalverstümmelung ist im Islam zwar keine allgemeine Verpflichtung, andererseits hat aber keine einzige islamische Rechtsschule sie jemals verboten.